Homematic IP Glasserie – Smart Home Steuerung mit Glasdesign
Die Homematic IP Glasserie bringt eine neue Ästhetik und Technik in die Welt der Smart-Home-Steuerung. Mit Echtglasfronten, integrierten Schaltaktoren und moderner Funktechnik richtet sich die Serie an Smart-Home-Enthusiasten, Maker, Hausbauer und Installateure. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Geräte zur Glasserie gehören, welche technischen Details relevant sind, worauf bei der Installation zu achten ist und welche Anwendungen sich damit umsetzen lassen.
Homematic IP Glasserie: Überblick und Unterschiede
Im Vergleich zu früheren Homematic IP-Produkten unterscheiden sich die neuen Modelle der Glasserie vor allem durch ihre optisch ansprechenden Echtglasoberflächen und der Integration von Relais direkt im Unterputzteil des Gerätes. Während bisher in der Regel zusätzliche Unterputz-Schaltaktoren notwendig waren bzw. Kombinationen von Homematic IP Tastern und Homematic IP Aktoren, vereinen die Geräte der Glasserie Sensorik, Bedienung und Schaltfunktion in einem einzigen Gerät. Das reduziert den Installationsaufwand erheblich und sorgt für ein schlankeres Setup. So lassen sich klassische Schaltstellen eines Gebäudes direkt mit einem Homematic IP Glastaster austauschen.
Zur Glasserie gehören:
- Glastaster HmIP-WGS in Weiß und Anthrazit (Bild 1)
- Glas-Wandthermostat HmIP-WGT in Weiß und Anthrazit (Bild 2)
- Glas-Wandthermostat mit CO₂-Sensor HmIP-WGTC in Weiß und Anthrazit (Bild 2)
- Glasrahmen HmIP-GF1 bis HmIP-GF3 (1-, 2- und 3-fach)


Damit deckt die neue Glasserie sowohl den Bereich Licht- und Szenensteuerung als auch Klimaregelung und Luftqualitätsmessung ab. Besonders interessant ist die Option, mehrere Funktionen in einem Gerät zu kombinieren: Ein Glasthermostat kann durch den integrierten Schaltausgang gleichzeitig als Aktor für einen Fußbodenheizkreis sowie als Sensor für das Raumklima mit Heizkörperthermostaten fungieren und ist damit in mehreren Lösungen gleichzeitig einsetzbar! Auch kann der Ausgang eines Glasthermostats für eine völlig andere Funktion verwendet werden und so bspw. bei angeschlossenem Lampendraht das Licht im Wohnzimmer einschalten. In der App wird der Ausgang dann als ganz klassischer Schaltaktor dargestellt!
Technik der Homematic IP Glasserie
Eingänge, Ausgänge und Leistung
Die technischen Daten der Glasserie sind darauf ausgelegt, gängige Installationen abzudecken:
- Spannungsversorgung: 230 V AC, 50 Hz
- Relaisleistung: bis 5 A / 1150 W
- Funkstandard: Homematic IP Funkprotokoll (868 MHz) mit AES-128-Verschlüsselung
- Reichweite: bis 200 m im Freifeld
- Sensorik: Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor, CO₂-Sensor (400–5000 ppm) als HmIP-WGTC
- Temperaturbereich: 5–30 °C in 0,5 °C-Schritten
- Abmessungen: Rahmen 1-fach ca. 86 × 86 mm, Bautiefe ca. 45 mm
- Display: LED-/LC-Anzeige mit automatischer Helligkeitsanpassung
- Standby-Verbrauch: < 0,3 W (Herstellerangabe)
Bedienkonzept
Die Steuerung erfolgt über berührungssensitive Glasflächen beim Glastaster wie auch dem Glasthermostat. Dabei stehen verschiedene Bedienarten zur Verfügung:
- Kurzer Tastendruck: sofortige Aktion (z. B. Licht an/aus, Temperatur rauf/runter)
- Langer Tastendruck: Dimmen oder stufenweise Steuerung
- Quick-Action: gleichzeitiges Betätigen aller Tasten löst eine definierte Szene aus (z. B. „Alles aus“)
Zusätzlich wird eine Rückmeldung über LED-Trennstege gegeben. Die Anzeige reduziert sich im Standby-Modus automatisch, um Strom zu sparen und eine dezente Optik zu gewährleisten. Generell kann die gesamte LED-Beleuchtung aber auch über die Homematic IP App stufenlos zwischen 0-100% angepasst werden oder zudem über ein Zeitprofil auch zu bestimmten Tageszeiten aktiviert oder deaktiviert werden (wie ein Homematic IP Dimmaktor). Das kann insbesondere im Schlafzimmer eine pfiffige Funktion sein, wenn das Display der Glasserie in der Nacht nicht leuchten soll.
Installation der Glasserie: Wichtige Hinweise
Die Montage erfolgt in eine Standard-Unterputzdose. Da die Geräte mit Netzspannung arbeiten, ist elektrotechnisches Fachwissen erforderlich – insbesondere für den Anschluss der Spannungsversorgung sowie der Relaisausgänge. Für Installateure bietet die Glasserie den Vorteil, dass weniger externe Komponenten benötigt werden. Während bisher zusätzliche Unterputz-Schaltaktoren eingesetzt wurden, sind Relais nun direkt integriert. Auch eine Installation von zusätzlichen Aktoren in der Elektroverteilung ist nicht notwendig.
Für Hausbauer oder Renovierer bedeutet das: Bestehende Schalter lassen sich unkompliziert austauschen. Auch bei der Nachrüstung älterer Gebäude ist die Glasserie interessant, da nur eine 230-V-Spannungsversorgung benötigt wird und der Lampendraht direkt am Gerät angeschlossen werden kann. Damit kann ein Glastaster direkt auch als Alternative für den HmIP-BSM verwendet werden.
Tipps zur Installation
- Achten Sie auf genügend Platz in der Unterputzdose (empfohlen mind. 60 mm Tiefe).
- Prüfen Sie vorab, welche Lasten direkt geschaltet werden sollen – maximal 1150 W ohmsche Last über das Relais sind möglich.
- Bei größeren Lasten empfiehlt sich der Einsatz von zusätzlich abgesetzten Schaltaktoren, bspw. bei Lasten bis 16A der Unterputzaktor HmIP-FSM.
- Verwenden Sie die Homematic IP App oder eine CCU3, um Szenarien und Automatisierungen an dem Access Point oder auch der Home Control Unit einzurichten.
Anwendungen mit der Homematic IP Glasserie
Die Stärken der Glasserie zeigen sich im Alltag. Im Folgenden einige Szenarien, die verdeutlichen, wie sich die Produkte sinnvoll im Smart Home einsetzen lassen.
Lichtsteuerung im Alltag
Stell Sie sich vor, man kommt abends nach Hause und betritt das Wohnzimmer. Mit einem einzigen Druck auf den Vierfachtaster geht die indirekte LED-Beleuchtung an und sorgt für eine gemütliche Atmosphäre. Ein weiterer Tastendruck schaltet die Deckenleuchte dazu, wenn Sie mehr Helligkeit benötigen. Hält man die Taste länger gedrückt, dimmt sich das Licht sanft auf die gewünschte Helligkeit. Vor dem Schlafengehen genügt eine Ausführung der Quick-Action-Geste, und alle Lichter im Raum gehen gleichzeitig aus.
Heizungsregelung im Schlafzimmer
Im Badezimmer sorgt das Glas-Wandthermostat für eine konstante Temperatur. Morgens, wenn man aufsteht, hat das Thermostat die Fußbodenheizung bereits auf angenehme 22 °C hochgefahren. Abends stellt man per Tastendruck oder über die App die Temperatur herunter – und der Eco-Modus spart Energie, ohne sich darum kümmern zu müssen. Auch eine Kombination mit Fensterkontakten ist möglich: Wird ein Fenster geöffnet, regelt das Thermostat die Heizung automatisch herunter – dies ist natürlich aufgrund der Trägheit von Fußbodenheizungen nur sinnvoll bei der Kombination mit Heizkörperthermostaten.
Luftqualität im Kinderzimmer
Im Kinderzimmer überwacht das Glasthermostat mit CO₂-Sensor kontinuierlich die Luft. Steigt der CO₂-Wert über einen festgelegten Grenzwert, erhalten Sie eine Benachrichtigung aufs Smartphone: „Bitte lüften“. Zusätzlich kann auch automatisch ein elektrischer Fensterantrieb geöffnet werden, damit frische Luft ins Zimmer gelangt – solche Kombinationen sind bspw. über Home Assistant möglich. Damit stellt man sicher, dass die Raumluftqualität auch nachts im grünen Bereich bleibt – insbesondere wertvoll in gut isolierten Neubauten, wo frische Luft schnell zur Mangelware wird.
Szenariensteuerung im Flur
Bevor man ins Bett geht noch kurz den Glastaster im Flur betätigt – und das „Gute Nacht“-Szenario startet. Alle Lichter im Haus werden ausgeschaltet, die Rollläden fahren herunter, die Heizung wechselt in den Eco-Modus und die Alarmanlage wird aktiviert. Mit einem einzigen Handgriff stellt man das gesamte Haus in den Nachtmodus. Morgens reicht ein Druck, um das „Guten Morgen“-Szenario zu starten: Licht an, Rollläden hoch, Heizung auf Komforttemperatur (Bild 3).

Weitere mögliche Anwendungen
- Arbeitszimmer/Homeoffice: Ein Glastaster steuert Beleuchtung, Beschattung und startet gleichzeitig den Luftreiniger.
- Küche: Mit einem Tastendruck lassen sich Arbeitsbeleuchtung, Dunstabzug und ein Szenario für „Kochen“ aktivieren (Bild 4)
- Büros/Schulen: CO₂-Messung stellt sicher, dass die Luftqualität auch bei vielen Personen angenehm bleibt.

Vergleich zu bisherigen Homematic IP-Produkten
Ein wesentlicher Unterschied ist die Integration von Relais in die Geräte selbst. Während frühere Homematic IP Produkte häufig zusätzliche Unterputzaktoren erforderten, reduziert die Glasserie die Zahl der notwendigen Bauteile. Verantwortlich dafür ist unter anderem der neu entwickelte Unterputz-Teil (HmIP-MMR / Montagemodul mit Schaltausgang) der Glasserie, welcher zum Lieferumfang gehört (Bild 5+6). Deutlich kompakter und mit neuen Anschlussklemmen bis 2,5mm2 passt dieses samt Relais in beinahe jede Unterputzdose. Auch die Optik ist ein klarer Fortschritt: Echtglas ersetzt bekannte Kunststofffronten und die Bedienung erfolgt über Sensorflächen statt mechanischer Schalter.


Technisch ergeben sich damit folgende Vorteile:
- Weniger Installationsaufwand
- Reduzierter Platzbedarf in Unterputzdosen
- Höhere Flexibilität bei Szenarien
- Verbesserte Integration von Sensorik (z. B. Luftqualität)
Fazit: Homematic IP Glasserie für Technik- und Designfreunde
Die Homematic IP Glasserie kombiniert hochwertige Glasoberflächen mit durchdachter Smart Home-Technik. Gegenüber bisherigen Homematic IP-Geräten überzeugen vor allem das Design und die integrierten Relais, die Installation und Verdrahtung vereinfachen. Für Smart Home-Enthusiasten, Hausbauer und Installateure bedeutet das: weniger Bauteile, mehr Funktionen und ein modernes Erscheinungsbild.
Ob Lichtsteuerung, Heizungsregelung oder Luftqualitätsüberwachung – die Glasserie ist ein spannender Baustein für zukunftsfähige Smart Home-Installationen, die sowohl funktional als auch optisch überzeugen. Durch ihre Kombination aus einfacher Nachrüstbarkeit, moderner Funktechnik und stilvollem Design spricht sie sowohl Technikliebhaber als auch Anwender an, die Wert auf Ästhetik legen.
So geht Homematic IP mit der Glasserie einen großen Schritt in Richtung „Smart Home mit Designanspruch“.